Theater Lübeck im Mai 2009: Musiktheater-Neuproduktion eine Komische Oper
Lübeck. Im Mai 2009 erwartet Besucher im Theater Lübeck als Musiktheater-Neuproduktion eine Komische Oper: »Die verkaufte Braut« von Bedřich Smetana feiert am 29. Mai im Großen Haus Premiere. Anna Baxter wird als Marie zu erleben sein, Marco Jentzsch und Daniel Szeili teilen sich die Partie des Hans. Das Schauspiel präsentiert am 22. Mai mit »Rio Reiser – Der Kampf ums Paradies« ein Stück von Schauspieldirektor Pit Holzwarth und Renato Grünig, Mitglied des Ensembles. In der Titelrolle wird Andreas Hutzel zu erleben sein. Mit »FSK – Freiwillige Selbstkontrolle« zeigt der Jugendclub ein weiteres Stück im Jungen Studio – die Inszenierung übernimmt Silke Hagedorn, Premiere ist am 29. Mai. Das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck präsentiert am 10. und 11. Mai das 7. Sinfoniekonzert. Auf dem Programm stehen Werke von Arthur Honegger und Jacques Castérède sowie von Richard Strauss das Werk »Also sprach Zarathustra«. Die musikalische Leitung übernimmt GMD Roman Brogli-Sacher, als Solisten gastieren Guido Segers (Trompete) und Dany Bonvin (Posaune). Drei Musiker des Orchesters spielen beim 7. Kammerkonzert am 4. Mai im Audienzsaal im Rathaus unter dem Titel »Amerika grüßt!« Werke von Frank Martin, Aaron Copland und Leonard Bernstein. Letzmals in dieser Spielzeit stehen im Mai im Großen Haus »Madama Butterfly«, »Die Zauberflöte« und »Der Zauberberg« auf dem Programm – zum letzten Mal ist des Weiteren »Minna von Barnhelm« zu erleben. JV
Rio Reiser – Der Kampf ums Paradies
Die Geschichte der Rock-Band »Ton Steine Scherben« von Pit Holzwarth und Renato Grünig
Premiere: Freitag, 22. Mai 2009, 20.00 Uhr, Kammerspiele
Rio Reisers Musik hat die Jahre überdauert: Bands wie »Echt«, »Fettes Brot«, »Wir sind Helden«, »Rosenstolz« oder »Die Söhne Mannheims« treffen ins Herz aller Generationen, indem sie die Songs von »Ton Steine Scherben« neu interpretieren. Brandaktuell ist heute der Blick des Stückes auf die wilde Zeit der 70er und 80er Jahre, in der die Republik Kopf stand und die »Stones des Nordens« den deutschen Rock neu erschufen. Wie damals befinden wir uns in einer Phase gesellschaftlichen und sozialen Umbruchs, die unser Demokratie- und Toleranzverständnis auf die Probe stellt. Das Stück zeigt Rios künstlerischen Werdegang, sein Zerrissensein zwischen politischen Idealen und kommerzieller Selbst-Vermarktung, sein Scheitern im Privaten – seine Flucht nach Fresenhagen. Und erzählt von der anarchischen Kraft seiner Musik. Rios Songs gehen uns alle an: Lebensbejahend, poetisch und doch voller Wut, sind sie Aufschreie gegen gesellschaftliche Missstände – Aufschreie, die heute noch und verstärkt widerhallen. Die Songs der »Scherben« werden von den Schauspielern live gespielt. Ein musikalisch-poetischer Trip durch die letzten Jahrzehnte, ein Blick auf ein Leben in Aufruhr!
Inszenierung: Pit Holzwarth
Musikalische Leitung: Willy Daum
Ausstattung: Werner Brenner
Mit Susanne Höhne, Ulrike Knospe, Anne Schramm; Till Bauer, Robert Brandt, Thomas Gräßle, Andreas Hutzel, Henning Sembritzki.
Kostprobe: Donnerstag, 14. Mai 2009, 18.30 Uhr, Eintritt frei
Premiere: Freitag, 22. Mai 2009, 20.00 Uhr
Weitere Vorstellungen Sonntag, 31. Mai 2009, 16.00 Uhr, Donnerstag, 11. Juni 2009, 20.00 Uhr, Freitag, 19. Juni 2009, 20.00 Uhr, Freitag, 26. Juni 2009, 20.00 Uhr
Veranstaltungsort: Kammerspiele
FSK – Freiwillige Selbstkontrolle
Ein Projekt von Silke Hagedorn mit Lübecker Jugendlichen
Premiere: Freitag, 29. Mai 2009, 20.00 Uhr, Junges Studio
Schön, in einer Gesellschaft zu leben, in der man sein Leben weitestgehend selbst bestimmen kann. Weniger schön, wenn sich die große Freiheit immer wieder als Illusion entpuppt, wenn die Suche nach Glück daran scheitert, Ansprüchen von außen nicht zu genügen. »Selbst schuld« ist die Behauptung, die immer wieder auftritt. Aber wo fängt die Schuld an, welche Geschichte verbirgt sich hinter der Schuld? Und was, wenn Schuldgefühle so weit führen, sich oder sogar den eigenen Körper in Frage zustellen?
»FSK« ist die Geschichte von Lilly und ihren Teenager-Freunden. Lilly wird immer dünner und zurückhaltender. Scheinbar freiwillig kontrolliert Lilly ihren Körper – auf selbstzerstörerische Art. Magersucht: Keiner weiß, was das genau ist. Keiner weiß, wie zu helfen ist. Keiner weiß, wo das endet. Erst einmal …
In Zusammenarbeit mit dem Jugendclub wird Silke Hagedorn, Regieassistentin am Theater Lübeck und zuletzt verantwortlich für die Szenische Lesung »Ein ganz gewöhnlicher Jude«, das Stück entwickeln und inszenieren.
Inszenierung: Silke Hagedorn
Ausstattung: Miriam Aksoy
Mit Rojin Bindal, Danja Schell, Kristin Wolff; Jonas Feller, David Schultner.
Premiere: Freitag, 29. Mai 2009, 20.00 Uhr
Weitere Vorstellungen: Samstag, 30. Mai 2009, 20.00 Uhr, Sonntag, 31. Mai 2009, 18.30 Uhr
Veranstaltungsort: Junges Studio
7. Sinfoniekonzert Honegger. Castérède. Strauss.
Werke von Arthur Honegger, Jacques Castérède und Richard Strauss Sonntag, 10. Mai, 11.00 Uhr, und Montag, 11. Mai 2009, 20.00 Uhr, MuK Arthur Honegger (1891 – 1955) Sinfonie Nr. 2 für Streichorchester und Trompete ad libitum Jacques Castérède (*1926) Concertino für Trompete, Posaune, Streichorchester und Klavier.
Richard Strauss (1864 – 1949) »Also sprach Zarathustra« op. 30. Mit dem 7. Sinfoniekonzert am 10. Mai um 11 Uhr und am 11. Mai um 20 Uhr in der Lübecker
MuK setzt das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck unter Leitung von GMD Roman Brogli-Sacher seine Beschäftigung mit Werken, die auf Anregung des Mäzens Paul Sacher entstanden sind, fort. Der Schweizer Musikkenner Sacher verfügte über einen außerordentlich treffsicheren Instinkt für vielversprechende Talente. So förderte er mit gezielten Kompositionsaufträgen die Musik des 20. Jahrhundert entscheidend, und die von ihm angeregten Werke bilden eine wahre Fundgrube an hervorragender Musik. Ein CDMitschnitt wird das Konzert dokumentieren und die Gesamtaufnahme der Sinfonien Arthur Honeggers, die das Orchester begonnen hat, weiterführen, steht doch gleich am Anfang des Programms Honeggers 1941 geschriebene 2. Sinfonie, deren Entstehung auf Paul Sacher zurückgeht. Die Grundstimmung dieser Streichersinfonie ist düster und schwer, bevor die im dritten Satz mit einer choralartigen Melodie einsetzende Trompete befreit aufatmen lässt und dem persönlich bekenntnishaften Zug, der Honeggers oft Werken eigen ist, zum Durchbruch verhilft. Der Messiaen-Schüler Jacques Castérède, dessen Concertino an zweiter Stelle im Konzert folgt, ist in Deutschland nahezu unbekannt. Dies ist gerade deshalb bedauerlich, weil sein Schaffen eine Vielfalt an Stilen beinhaltet und auch Ausflüge in den Jazz nicht scheut. Zudem bereichert er mit seinem Concertino für Trompete, Posaune, Streichorchester und Klavier die eher übersichtliche Konzertliteratur für Posaune und Orchester um ein spannendes Werk. Als Solisten gastieren der Schweizer Posaunist Dany Bonvin und der belgische Trompeter Guido Segers, die beide neben ihren Solopositionen in Orchestern von Weltrang eine herausragende Solistenkarriere aufgebaut haben.
Mit einer der bekanntesten Sinfonischen Dichtungen von Richard Strauss schließt das Konzert: »Also sprach Zarathustra«. Das Werk ist keine musikalische Nachdichtung oder musikalisierte Philosophie des Nietzsche-Klassikers, sondern stellt Zarathustra als Symbolfigur für die neu errungene Freiheit des Individuums in den Mittelpunkt. Dabei ist das Orchester in seiner Besetzung und klanglichen Ausdifferenzierung schon klar erkennbar auf dem Weg zur »Salome«. Dass Strauss selbst die Komposition nicht nur bierernst verstanden haben wollte, zeigt u. a. sein ironischer Kommentar zu dem verklärenden Schluss mit der Auflösungstendenz: »Der Mensch (H-Dur) fragt: Wann? – Wann? – und die Natur antwortet tief unten in ihrem C-Dur: Nie – Nie – wird’s schönes Wetter!«
Dany Bonvin wurde 1964 in Crans-Montana (Schweiz) geboren und studierte in Bern bei Prof. Branimir Slokar, wo er 1988 sein Solistendiplom erhielt (Tschummipreis). Er ist Preisträger verschiedener internationaler Wettbewerbe. Mit 17 Jahren wurde er als Soloposaunist bei den Münchner Philharmonikern engagiert, wo er bis heute tätig ist. In diesen Jahren sammelte er wichtige künstlerische Erfahrungen im symphonischen Bereich in der ganzen Welt bei ca. 1500 Konzerten. Als Solist gastierte er mit bedeutenden Orchestern wie dem Orchestre de la Suisse Romande, OCL Lausanne, Berner Symphonie Orchester oder dem Theater Magdeburg. Er ist Gründungsmitglied des Münchner Posaunenquartetts und Mitglied des Ensembles »Blechschaden« (Echo Preis 1999 und 2002). Seit 1999 ist Dany Bonvin Professor an der Universität »Mozarteum« Salzburg.
Guido Segers wurde in Bree (Belgien) geboren und studierte am Königlichen Musikkonservatorium in Brüssel und bei Prof. Pierre Thibauld am »Conservatoire Superieur National de Musique« in Paris. Er ist Gewinner zahlreicher Wettbewerbe. Von 1985 bis 1994 war er Solotrompeter im Nationalorchester von Belgien und zugleich Dozent für Trompete an den Musikkonservatorien von Brüssel und Maastricht. Seit 1994 ist er Solotrompeter bei den Münchner Philharmoniker. Guido Segers ist Mitglied des Ensembles »Blechschaden«, Mitbegründer des Blechbläserquintetts der Münchner Philharmoniker und des »Trio Con Brio« und Initiator der Internationalen Probespielakademie. Als Solist konzertiert er mit renommierten Orchestern und gibt Recitals. Guido Segers hat eine Professur an der Musikhochschule Tiflis (Georgien) inne.
Dirigent: Roman Brogli-Sacher
Trompete: Guido Segers
Posaune: Dany Bonvin
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck
Einführung jeweils 1 Stunde vor Konzertbeginn
Termine: Sonntag, 10. Mai 2009, 11.00 Uhr und Montag, 11. Mai 2009, 20.00 Uhr
Veranstaltungsort: Musik- und Kongreßhalle Lübeck
7. Kammerkonzert Amerika grüßt!
Werke von Frank Martin, Aaron Copland und Leonard Bernstein
Montag, 04. Mai 2009, 20.00 Uhr, Rathaus, Audienzsaal
Frank Martin (1890–1974) Klaviertrio über irische Volkslieder Aaron Copland (1900–1990) Vitebsk. Study on a Jewish Theme Leonard Bernstein (1918–1990) Trio for violin, violoncello and piano. Zu drei Klaviertrios lädt das 7. Kammerkonzert des Philharmonischen Orchesters am 4. Mai 2009 unter dem Motto »Amerika grüßt!« in der Gemeinnützigen, Königstraße, ein. Gemeinsam ist allen Kompositionen die Mischung verschiedener kultureller Einflüsse und der Bezug auf europäische Quellen, die in jeweils eigener Weise musikalisch verarbeitet wurden.
Frank Martins Klaviertrio über irische Volkslieder, mit dem das Programm beginnt, entstand 1925 auf den Wunsch eines Amerikaners irischer Abstammung, den der Schweizer Komponist Frank Martin in Paris kennen gelernt hatte. Volksmusik liegt auch dem zweiten Werk zugrunde, dem Klaviertrio »Vitebsk. Study on a Jewish Theme« aus dem Jahr 1928, in dem der amerikanische Komponist Aaron Copland ein russisch-jüdisches Lied verarbeitete. Und auch in Leonard Bernsteins »Trio for violin, violoncello and piano«, das er 1937 als 19-jähriger noch vor Beginn seiner spektakulären Dirigentenkarriere schrieb, findet die russisch-jüdische Herkunft des Komponisten ihren Niederschlag. Es spielen der stellvertretende Konzertmeister der Philharmoniker Adrian Iliescu (Violine), Sibylle Hentschel (Violoncello) und Christian Ruvolo (Klavier).
Mit freundlicher Unterstützung der Heinz und Erika Wiggers Stiftung und der Gemeinnützigen Lübeck Violine Adrian Iliescu Violoncello Sibylle Hentschel
Klavier: Christian Ruvolo
Termin: Montag, 04. Mai 2009, 20.00 Uhr
Veranstaltungsort: Rathaus, Audienzsaal